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CCHR Schweiz
Citizens Commission on Human Rights - Bürgerkommission für Menschenrechte
Untersucht und enthüllt Verletzungen der Menschenrechte durch die Psychiatrie









Was ist psychiatrischer Missbrauch? psychiatrische Missbräuche Fakten

Hyperaktiv? ADHS ? POS ? Betrug???

 Leichtfertig werden Diagnosen gestellt – und die Krankenkasse bezahlt!

(von Felix Altorfer)

 

Unsere Kinder sehen sich im heutigen Leben vielfältigen Problemen gegenübergestellt und sie müssen lernen, diese zu lösen und mit ihnen umzugehen.

Seit einiger Zeit werden jedoch solche Probleme als Krankheit diagnostiziert und das Kind wird mit einem dieser zahlreichen Begriffe wie "Lernstörung", "Aufmerksamkeitsdefizitstörung", "Rechenstörung", "Störung des schriftlichen Ausdruckes" oder sollten keine der Kriterien gemäss DSM-IV (Diagnostisches Statistisches Manual, 4.Auflage) zutreffen, einfach mit "nicht näher bezeichnete Lernstörung" unter dem Sammelbegriff ADHS (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) abgestempelt. (1)


Die Tragödie: Falsche Diagnosen... und Krankenkasse zahlt

Die Tragödie dabei: da das Kind nun mit einem Krankheitsbild etikettiert ist, kann es auch medikamentös "behandelt" werden und für solche Symptombehandlungen bietet die Pharmaindustrie selbstverständlich eine Vielfalt von psychopharmazeutischen Drogen an, welche zwar keine Heilung bewirken, aber sicher den Umsatz und Gewinn fördern und durch die Krankenkasse bezahlt werden müssen.

Europarat zeigt sich besorgt: Das "Heilmittel"... auch als Strassendroge bekannt... bewirkt keine Heilung

Am weitesten verbreitet ist ein amphetaminähnliches Produkt namens Ritalin, welches auf Methylphenidat basiert und mit den Wirkungen von Kokain vergleichbar ist. Es bewirkt, wie andere Amphetamine, vorübergehend eine höhere Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit, vermittelt das Gefühl energiegeladen zu sein und hält wach. Bei Kindern wirken Amphetamine ausserdem beruhigend (2). Was diese Eingriffe in den Gehirnstoffwechsel mit der Aufmerksamkeit und dem Verhalten von Kindern zu tun haben, ist jedoch nicht geklärt.

Dies wird auch im Arzneimittelkompendium klargestellt: "Der Mechanismus, durch welchen Methylphenidat seine mentalen und verhaltensmässigen Wirkungen bei Kindern ausübt, ist weder genau ergründet noch liegen schlüssige Beweise vor, die aufzeigen, dass diese Effekte mit dem Zustand des Zentralnervensystems zusammenhängen" (3).

Da die Wirkungen von Ritalin jedoch mit denen von Kokain vergleichbar sind, wird Ritalin auch als Strassendroge mit Bezeichnungen wie "Speed" oder "Billigkoks" gehandelt und soll nun bereits als Ersatzdroge für Kokainsüchtige in einem Versuchsprojekt des Bundesamt für Gesundheitswesen eingesetzt werden! (4)

Wird das Mittel wieder abgesetzt, ist es mit der scheinbaren Ruhe aber vorbei und die Symptome sind sofort wieder da. Eine Heilung wird nicht bewirkt, wie auch eine Studie vom Europarat im Jahre 2002 aussagt. Diese warnt im übrigen auch vor den unbekannten Langzeit-nebenwirkungen und zeigt sich besorgt über die steigende Verschreibung solcher Mittel. (5)

Ritalinverbrauch in der Schweiz

Auch in der Schweiz stieg der Verbrauch von Ritalin, welches unter das Betäubungsmittelgesetz fällt, von 13kg (1996) auf 108kg (2000), eine 7-fache Steigerung! (3)

 Suchtpotential ?

In Stellungsnahmen von kantonalen Fachstellen wird das Suchtpotential von Stimulanzien wie z.B. Ritalin als vernachlässigbar bezeichnet. (6) Dies mutet etwas eigenartig an, denn im Suchtbericht Deutschland 1999 wird erwähnt, dass Psychostimulanzien wie Ritalin "keine körperliche, jedoch eine ausgeprägte psychische Abhängigkeit verursachen" und sogar die WHO (Weltgesundheitsorganisation) bezeichnet Ritalin als das weltweit "am meisten abhängig machende Medikament". (2)

Die Schattenseite: Unzählige Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen dieser "Behandlung" sind zahlreich und reichen von Kopfschmerzen, Muskelzuckungen, Appetitlosigkeit, Schlafstörungen und erhöhten Aggressionen bis hin zu Angst- und Spannungszuständen, Herzrhythmusstörungen und Halluzinationen. Hinsichtlich der Langzeitschäden ist im Beipackzettel des Ritalins, das in den USA vertrieben wird, zu lesen: "Hinreichende Daten über Sicherheit und Effizienz einer längerfristigen Ritalineinnahme von Kindern stehen noch nicht zur Verfügung".

Das ist allerdings etwas seltsam, da es Ritalin ja schon seit 1956 gibt und ca. 20% der Kinder (in der USA) es länger als sechs Jahre einnehmen. Die US-Armee scheint denn auch etwas über Langzeitwirkungen von Ritalin zu wissen, denn sie nimmt keine Soldaten auf, die nach ihrem zwölften Lebensjahr Ritalin genommen haben, weil sie Ritalin als "bewusstseinsverändernde Droge" einstuft, wie P.R.Breggin in "Talking back to Ritalin" schreibt. (7)

Die Lösung

Unerwünschtes oder hyperaktives  Verhalten kann viele Ursachen haben, wie z.B. Allergien, Nahrungsmittelzusätze, Einnahme von bestimmten Medikamenten, Umweltgifte, Probleme mit Zucker, unzureichender Schlaf, übermässiger TV-Konsum, zu wenig Sport und Möglichkeiten, sein Aktivitätspotential auszuleben, Lernschwierigkeiten oder einfach Langeweile im Schulunterricht aufgrund der hohen Intelligenz oder Kreativität des Kindes. (9)

Die Entdeckung und Beseitigung dieser Ursachen in Zusammenarbeit mit kompetenten Fachleuten kann Kindern eine psychiatrische Symptombehandlung mit Psychodrogen ersparen.

Einige der Phänomene, die sich vorallem in der Schule beobachten lassen, sind beispielsweise plötzliche Aggressionen, Konzentrationsschwäche, Neigung zum Stören oder Herumblödeln, Streitlustigkeit, welche vielfach bei folgende Faktoren auftreten:

  • Gibt es eine reale, verständliche Zielsetzung für den Schüler, wieso er dies lernen soll?
  • Gibt es genügend Realitätsbezug zu dem, was gelernt wird? (Bilder, Skizzen etc.)
  • Werden alle Unklarheiten und mögliche Missverständnisse bereinigt? (unter Zuhilfenahme von einfachen Wörterbüchern)
  • Gibt es übersprungene Stufen und der Schüler fühlt sich "wie abgehängt"?

Bevor also zu einer "Lösung" auf psychopharmazeutischer Basis gegriffen wird, sollten solche Punkte vorgängig genau untersucht werden.

Dies wurde denn auch in Schweden und Frankreich entsprechend geregelt und der Ritalinkonsum ist merklich zurückgegangen. Dort müssen nämlich Ärzte solche Mittel wie Ritalin schriftlich wie andere hochpotenten Drogen beantragen und sie dürfen solche nur dann abgeben, wenn sie nachweislich alle nichtmedikamentösen Möglichkeiten und Methoden ausgeschöpft haben. (8)

Referenznachweise

(1) DSM-IV Diagnostical Statistical Manual of Mental Disorders (American Psychiatric Ass.)
(2) Zeitschrift Novalis Sept/Okt 2002 (www.novalis.ch)
(3) Fachinformation des Arzeimittel-Kompendium der Schweiz (2001)
(4) Bundesamt für Gesundheitswesen (www.bag.admin.ch
      www.jean-henri-dunant.ch/pages/Interpellation-Kokain.pdf)
(5) Empfehlung 1562 (2002) Europarat Parlamentarische Versammlung
     "Kontrolle von Diagnose und Behandlung hyperaktiver Kinder in Europa"
(6) Teilbericht der Gesundheitsdirektion Kt.Zug (2001)
(7) Peter R. Breggin med. doctor "Talking back to Ritalin" (www.breggin.com)
(8) Weltwoche 25/02 "Die Kinderdroge" (v. Jacqueline Schärli)
(9) Magazin freemind (Ausgabe 1-2004) Artikel "Die chemische Keule für hyperaktive Kinder"
     (v. Dr. med. Gottfried Lange als PDF)

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